Drei Wochen in Kanadas Westen – Reiseroute, Tipps und Kosten

Ist Kanada noch schöner als Neuseeland? Ist Kanada nun „Neuseeland in groß“? Diese und andere Fragen sind uns nach unserem dreiwöchigen Urlaub in Kanada begegnet. Aber, nun ja, Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde und es fällt mir schwer, die vielen Eindrücke in nur einem Beitrag zu schildern. Daher habe ich beschlossen mehrere Reiseberichte zu schreiben und dann kann jeder für sich selbst entscheiden, wie ähnlich sich die beiden Länder sind und wie schön sie im Vergleich zueinander sind. Los geht es mit unserer Reiseroute und ein paar interessanten Fakten.

Kanada wie aus dem Bilderbuch – am Moraine Lake im Banff Nationalpark.

Drei Wochen in Kanadas Westen – unsere Reiseroute

Insgesamt sind wir in drei Wochen 4.000 km Auto gefahren – im Schnitt also 200 km pro Tag. Auf dem Weg hatten wir insgesamt 11 verschiedene Unterkünfte gebucht – vom riesigen Hotelzimmer über die verschneite Berghütte bis hin zum B&B auf einem Campingplatz war alles dabei. Die meisten Unterkünfte haben wir allerdings über Airbnb gebucht und waren damit immer super zufrieden. War haben im voraus unsere komplette Reiseroute geplant und auch gebucht. Das war eine meine größten Sorgen – werde ich super schlechte Laune bekommen, wenn es regnet und wir unsere Route nicht spontan ändern können? Die Antwort lautet „Jain“ – ja, ich bekomme vielleicht kurzzeitig schlechte Laune, aber der Fakt, dass man es eh nicht ändern kann, hat mich schnell dazu gebracht das Beste draus zu machen und mich auf das Positive zu konzentrieren. Und für uns war es ein riesiger Vorteil jeden Tag zu wissen, wo wir schlafen werden und keine Zeit damit verbringen zu müssen nach einer Unterkunft oder einem Campingplatz suchen zu müssen. Wir waren Anfang Juni unterwegs, quasi dem Beginn der Hochsaison und trotzdem haben wir sehr oft gelesen, dass Campingplätze ausgebucht sind. Auch bei unseren Unterkünften hatten wir oft Glück und haben gerade noch die letzten freien Tage erwischt – und das obwohl wir bereits im Januar und Februar gebucht haben! Wenn man also auch ein paar ungewöhnliche Unterkünfte möchte, dann lohnt es sich früh dran zu sein und vorab zu buchen.

Nun aber zurück zur Reiseroute – unsere Stationen auf einen Blick:

Reiseroute drei Wochen im Westen von Kanada
Quelle: Google Maps

1. Flug und Kurztrip Vancouver
2. Übernachtung in Merritt
3. Chillen in Nakusp
4. Hütten-Feeling in Golden
5. Echtes Hütten-Abenteuer am Lake O’Hara
6. Glamping in Banff
7. Luxus in Jasper
8. Horrornacht in Clearwater
9. Gemütliches Bett und leckeres Frühstück im heißen Lillooet
10. Ankommen auf Vancouver Island
11. Packen, Trinken und Schlafen in Richmond

Wie ihr vielleicht schon seht, haben wir die größeren Städte eher links liegen gelassen und uns voll auf die National- und Provincial Parks konzentriert.
Die Tagestouren waren gut machbar, trotzdem würden wir beim nächsten Mal vielleicht noch weniger Stationen einplanen und dafür länger an einem Ort bleiben. Auf Vancouver Island allein kann man gut drei Wochen Urlaub verbringen …

Pacific Rim Nationalpark auf Vancouver Island

Drei Wochen im Westen von Kanada: unsere Ausgaben

Die Preise der Unterkünfte waren dabei je nach Lage und Art sehr unterschiedlich – wir haben zwischen 66 € (B&B mit wunderbarem Frühstück im weniger touristischen Lillooet) und 145 € (kleine schicke Wohnung mitten im touristischen Jasper) pro Nacht bezahlt. Unser Limit von 120 € pro Nacht konnten wir aber gut einhalten – das hatten wir uns gesetzt nach der Überlegung „Camper oder Auto“. Soviel durfte uns quasi eine Unterkunft kosten, damit wir im Schnitt beim gleichen Preis bleiben wie Camper plus Campingplatz und extra Sprit. Trotzdem haben wir uns nicht aus Kostengründen für das Auto entschieden, sondern um flexibel zu sein und überall hin fahren zu können. Manche Parkplätze waren beispielsweise schon im Juni so überfüllt, dass ein Camper bestimmt keinen Platz mehr bekommen hätte. Wir haben uns einen großen SUV gemietet, damit hatten wir genug PS für alle bergigen Straßen und genug Platz für all unser Gepäck. Meistens haben wir uns für die Übernachtungen einen Tagesrucksack gepackt. Das ging bequem direkt am Kofferraum ohne viel „rumräumen“. Der Verbrauch von 8,5 l/100 km war okay.

Unser Mietauto und unsere Unterkunft in Nakusp.
Unser Mietauto und unsere Unterkunft in Nakusp.

Aber eigentlich wollte ich von unseren Ausgaben berichten. Die wichtigsten Kostenfaktoren auf einen Blick:

Flug: 2.000 € (Direktflug von Frankfurt)
Unterkünfte: 1.800 € (im Schnitt also 90 € pro Nacht)
Transport (Mietwagen, öffentliche Verkehrsmittel und Tanken): 1.300 €
Essen und Trinken: 850 €
Souvenirs und Eintritte: 580 €
Summe: 6.500 €

Mit dieser Summe könnt ihr in etwa für zwei Personen rechnen, natürlich gibt es nach oben keine Grenzen. Wir haben auch einige Male selbst gekocht, was wahrscheinlich etwas günstiger ist, als immer Essen zu gehen. Außerdem haben wir nur wenige touristische Attraktionen besucht, für die man Geld bezahlen muss.

Die Fahrt auf dem Maligne Lake wollten wir nicht missen.

Good to know – Wichtiges auf einen Blick

Visum/eTA: Wird für die Einreise benötigt und kann online beantragt werden. Achtung: Das Visum (Electronic Travel Authorization kurz eTA) kostet, wenn ihr es direkt über die kanadische Einwanderungsbehörde beantragt nur wenige Dollar (4,70 € pro Person). Es gibt aber zahlreiche betrügerische Onlineportale die bis zu 100 Dollar für das Beantragen verlangen und zum Teil stehen die betrogenen Kunden am Ende ganz ohne Visum da. Die Seiten sehen sehr seriös aus – selbst Jonas ist erst stutzig geworden, als er den hohen Preis gesehen hat. Hier findet ihr das richtige Visum: eTA Canada

Verkehr: An einem Schulbus mit Stopp-Schild vorbei zu fahren kostet sehr hohe Strafen – unbedingt stehen bleiben! Und es gibt in Kanada zahlreiche „4-Way-Stopps“ – hier gilt die Regel „wer zuerst an die Kreuzung kommt, fährt zuerst“, unabhängig davon von welcher Richtung man kommt. Im Zweifelsfall also immer genau gucken, welche Autos bereits an der Kreuzung stehen und die alle vorlassen. Unserer Meinung nach ein sehr langsames System – an vielen Stellen wäre ein Kreisverkehr sicherlich deutlich schneller. Aber die sind wohl in Kanada nur langsam als Alternativen akzeptiert. Wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, kann man sicher sein, immer von rasenden LKWs überholt zu werden – selbst bei Schnee und Regen – gruselig!

Unterwegs auf Kanadas Autobahnen - meistens sind sie nicht so leer.
Unterwegs auf Kanadas Autobahnen – meistens sind sie nicht so leer.

Internet: Wir haben fast alle Unterkünfte mit W-Lan gebucht. Wenn wir zusätzlich das Bedürfnis hatten zu Surfen, haben wir uns einen Kaffee bei Starbucks gegönnt. Eine extra Sim-Karte haben wir für die Zeit nicht gebraucht.

Währung: Ein Euro sind etwa 1,50 kanadische Dollar. Man kann fast überall mit Kreditkarte zahlen.

So, ich hoffe dieser erste Beitrag hat euch Lust gemacht mehr über Kanadas Westen zu erfahren und die ersten Fragen beantwortet. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gern einen Kommentar. Bis bald und viele Grüße, Franzi

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